Kulturen der Gerechtigkeit. Normative Diskurse im Transfer zwischen Westeuropa und Russland
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Ziel des fachübergreifenden Verbundprojekts „Kulturen der Gerechtigkeit. Normative Diskurse im Transfer zwischen Westeuropa und Russland“ ist es, Formen diskursiver Artikulation von Gerechtigkeitsvor­stellungen und Weisen ihrer Einbettung in einen Kulturzusammenhang zu untersuchen. Dabei wird akzentuiert, dass die kulturellen Kontexte von Gerechtigkeitsvorstellungen sowie von deren Institutionalisierung nicht autark sind, sondern sich in Prozessen ständiger Wechselwir­kung bzw. Übersetzung befinden.
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Dieses Feld kultureller Leistungen, das zwischen den allgemeinen Prinzipien der Gerechtig­keit und den normativen Systemen ihrer Verwirklichung besteht und sie vermittelt, wird im Verbundprojekt anhand des Kulturtransfers zwischen Westeuropa und Russland untersucht. Dieser Transfer konstituiert in der Geschichte und der Gegenwart einen wichtigen Bestandteil des Selbstverständnisses Europas.

Die Zielsetzung des Projekts hat eine interdisziplinäre und zugleich interkulturelle Ausrich­tung. Es thematisiert die in einer interkulturellen Kommunikation stattfin­denden Transfer­prozesse, aber auch die darin auftretenden Probleme und Missver­ständnisse, und stellt damit die Übersetzungs- sowie Vergegenwärtigungskom­petenz der Kulturwissenschaften heraus. In dieser Hinsicht leistet das Projekt einen Beitrag zur Entwicklung der interkulturellen Diskurse in einer globalisierten Welt. Es stellt Russland ins Zentrum, um europäische Diskurszusam­menhänge in ihrer Ost-West-Differenz in Geschichte und Gegenwart für das heutige Ver­stehen von kultureller Andersartigkeit aufzuschlüsseln. Das Projekt betrachtet die Differenz nicht als Grundlage antagonistischer Entwürfe, sondern als Pluralität europäischer Diskur­se, die ihre historische Wirkmächtigkeit bis in die Gegenwart entfalten.

Fächer und Struktur