Relevanz der Auseinandersetzung mit Rolle und Haltung

Kontexte und Rahmenbedingungen, in denen Lehrende an Universitäten tätig sind, sind vielfältig und in einem stetigen Wandel begriffen. Das Stichwort „Bologna“ steht für veränderte Strukturen, Ausrichtungen der Studiengänge, Anforderungen an die Ausgestaltung von Lehre und damit auch an die Rolle der Lehrenden. Die Bezeichnung Lehrende lädt wortgemäß dazu ein, die lehrende Tätigkeit mit den Studierenden in den Fokus zu nehmen. Zum Aufgabenspektrum dieser Profession zählen jedoch neben der Lehre und Forschung auch Aufgaben wie beraten, prüfen und bewerten. Hinzu kommen u.a. Administration, Drittmittelakquise, Kontaktpflege zu externen Kooperationspartner/inne/n, Führung, Vertretung der Hochschule und die Weiterentwicklung der eigenen Karriere. Nicht selten erweitern zusätzliche Funktionen wie Studienfachberatung oder Leitungsaufgaben in der Fakultät die Verantwortungs- und Handlungsfelder von Lehrenden.

Zwischen den verschiedenen Rollen ergeben sich Spannungsfelder. Als Lehrende/r stehen Sie vor der Herausforderung, die Balance zwischen manchmal divergierenden Erwartungen zu finden. Dabei sind Schwerpunkte im Rahmen der vorhandenen Ressourcen und Bedingungen zu setzen.

Sie müssen einen für Sie stimmigen Weg finden, die professionelle Rolle auszufüllen und dabei Strategien entwickeln, um die täglichen Anforderungen zu managen. Professionell bedeutet, ein Bewusstsein für die Rolle(n) und für die Erwartungen und Anforderungen zu entwickeln und Ihre eigene Haltung zu diesen Rollen zu hinterfragen. Die Haltung bestimmt die Interpretation der Rolle(n). Dabei sind Ihre persönlichen Einstellungen von zentraler Bedeutung. Auf Basis der Reflexion von verschiedenen Erwartungen erfolgt durch die Einnahme einer Haltung die individuelle Ausgestaltung der Rolle.

Rolle und Haltung sollten gemeinsam (weiter-)entwickelt werden und kongruent sein, um erfolgreich agieren zu können. Passt die innere Haltung nicht zur Rolle, führt das zu einem Konflikt.

Zielsetzung dieses Beitrags

Mit diesem Beitrag erhalten Sie Möglichkeiten, um sich mit den vielfältigen Rollen als Lehrende/r auseinanderzusetzen. Dabei können Sie sich vergegenwärtigen, welche Aufgaben an Sie herangetragen werden. Sie erhalten Gelegenheit, Ihr Selbstverständnis als Lehrende/r zu konkretisieren. Nutzen Sie im Folgenden die angebotenen Reflexionsfragen, um Interpretations- und Gestaltungsspielräume zu erkennen. Jedes Kapitel schließt mit einem persönlichen Merkposten ab. Hierin können Sie Ihre Ressourcen herausstellen, Impulse und Fragen auf den Punkt bringen und möglichen Handlungsbedarf notieren.