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Lehrveranstaltungen effektiv und effizient vorbereiten, durchführen und nachbereiten: einige Denkanstöße

Die Planung und Durchführung von Lehrveranstaltung ist eine Aufgabe, vor der Sie als Lehrende*r regelmäßig stehen und die zu manchen Zeiten viel Raum im Arbeitsalltag einnimmt. Im vorliegenden Rahmen sollen hierzu einige kurze Denkanstöße genügen.

Für eine sowohl inhaltlich effektive als auch zeiteffiziente Planung und Vorbereitung, ist die Idee des constructive alignment grundlegend. Das heißt schlicht und einfach: Wenn Sie die Veranstaltungsplanung vom Ende her beginnen, indem Sie zuerst Ihre Lernziele definieren und berücksichtigen, welches Prüfungsformat für das Abfragen dieser Lernziele am geeignetsten (bzw. welches Format vorgegeben ist), werden Sie leichter und schneller entscheiden können, wie Sie die Veranstaltung inhaltlich füllen können oder müssen.

Wenn Sie entschieden haben, was in der Lehrveranstaltung vorkommen und geschehen muss und soll, hilft die Zettelwirtschaft (besser bekannt als „Aktives Strukturieren“), die – hoffentlich überschaubare – Stofffülle in eine logische Reihenfolge zu bringen. Dafür schreiben Sie jedes Thema auf ein separates Stück Papier oder ein Post-It; dann verschieben Sie diese Zettel so lange, bis sich eine sinnvolle, praktikable Reihenfolge ergibt. Versuchen Sie dabei auch, die für jeden Themenbereich nötige Zeit einzuschätzen, bzw. geben Sie sich selbst einen Rahmen (vgl. Methodenblatt der TU Darmstadt).

Das ist Ihnen zu unakademisch? Das wird den komplexen Zusammenhängen in Ihrer Fachdisziplin nicht gerecht? Denken Sie daran: Viele Aufgaben nehmen (mindestens) so viel Zeit in Anspruch, wie wir ihnen zur Verfügung stellen (s. Abschnitt 2). Sehen Sie Ihre eigenen (Zeit-)Grenzen als Verbündete statt als Bedrohung. Niemand erwartet, dass Sie den gesamten Stoff Ihres Faches in zwölf mal 90 Minuten quetschen. Widerstehen Sie der Versuchung, den gesamten „Eisberg“ Ihres Forschungsfeldes über die Wasseroberfläche wuchten zu wollen, übergeben Sie (in Form und Umfang angemessen) die Verantwortung für den Erwerb reinen Faktenwissens noch stärker an die Studierenden und erlauben Sie stattdessen sich und ihren Studierenden, sich in Ihren interaktiven Veranstaltungen auf einige wirklich spannende, wichtige Bereiche zu konzentrieren.

Wenn Sie schließlich Ihr Aufgabenmanagement im Allgemeinen und Ihre Lehrveranstaltungsplanung und -durchführung im Besonderen längerfristig professionalisieren möchten, schreiben Sie hinterher auf, wie lange die einzelnen Aufgaben bzw. Themen tatsächlich gedauert haben. Dann können Sie Ihre zukünftigen Pläne anstelle auf wishful thinking auf Ihren tatsächlichen Erfahrungen basieren – und das ist eine gute Voraussetzung für realistischeres Planen und motivierteres, erfolgreicheres Arbeiten.

Autor*in

  • Dr. Vera Leberecht, (LEBERECHT. writing with reason and resonance), selbständige Trainerin und Coach für sinnvolles Schreiben und Arbeiten in der Wissenschaft und darüber hinaus

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