Die Macht der Körpersprache

Welche Rolle spielt Körpersprache im Lehralltag?

In diesem Video spricht Heike Hofmann, Präsentations- und Körpersprachetrainerin/coach, über die Macht der Körpersprache. Sie zeigt Ihnen, dass die Fähigkeit zum überzeugenden Auftritt von großer Bedeutung ist, und wie Ihre innere Haltung durch Ihre Körpersprache nach außen getragen wird. Im Video lernen Sie anhand von Beispielen die Wirkung unterschiedlicher Körperhaltungen kennen, und können anhand von Übungen selbst ausprobieren, wie Sie Ihre Botschaft, Ihren Lehrstoff, mithilfe Ihres Auftritts vermitteln können. Dahinter steckt das Wahrnehmungsprinzip: Die Studierenden verbinden die körpersprachlichen Signale, die sie an Ihnen wahrnehmen, mit dem Sachinhalt. 

© Heike Hofmann

Transkript zum Video

Heike Hofmann, Präsentations- und Körpersprachetrainerin/coach

Die Macht der Körpersprache
[00:10 – 01:07] Es geht um die Macht der Körpersprache. Sie stehen täglich vor der Herausforderung Ihre Themen in Seminaren, Übungen, Vorlesungen zu positionieren und überzeugend zu präsentieren. Nun ist es so, der Anteil den das Wort an der Gesamtbotschaft eines Redners einnimmt, nach einer Studie des Deutschen Rednerverbandes liegt dieser Anteil bei 22%, der Anteil der Stimme bei 19% und der des Körpers bei 59%. Was heißt das für Sie im Alltag? Daraus wird deutlich, dass neben ihrer inhaltlichen Kompetenz die Fähigkeit zum überzeugenden Auftritt von großer Bedeutung ist. Körper und Stimme entscheiden wie die inhaltliche Aussage verstanden wird.

[01:08 – 01:35] Die Körpersprache ist Ihre emotionale Botschaft. Emotionale Botschaft heißt, es ist Ihre innere Haltung, Ihre innere Haltung zu sich selbst, zu Ihren Studierenden und auch zum Thema. Diese innere Haltung zeigt sich und spiegelt sich wider in Ihrer äußeren Haltung. Das Wort vermittelt den Sachinhalt. Körpersprache und Stimme sind die Vermittlerinnen der emotionalen Botschaft. Und wie Wort und Körper miteinander arbeiten, schauen wir uns im nächsten Beispiel an.

Beispiel „Körpersprache ist ein äußerst spannendes Thema“
[01:57 – 02:46] Wenn die innere Haltung eine schüchterne, dann zeigt sich das in folgenden köpersprachlichen Signalen. Ich nehme einen sehr engen Standpunkt ein, schließe die Beine sehr eng, ich drücke die Knie durch, die Schultern sinken herab, der Brustbereich sinkt ein, der Kopf folgt, neigt sich etwas nach vorne, die Blickrichtung weist von unten nach oben und oft halten sich auch die Hände aneinander fest, wenn auch vorsichtig. Aus dieser schüchternen Haltung heraus platziere ich dann einen Satz mit großer Überzeugung: „Körpersprache ist ein ganz, ganz wichtiges Thema.“

[02:48 – 03:17] Ok, nehmen Sie hingegen eine aufrechte eine selbstbewusste Haltung ein, die sich in folgenden Körpersignalen widerspiegelt: ein etwas breiterer Stand, die Knie sind locker, der Brustbereich öffnet sich, damit hebt sich der Kopf, die Blickrichtung wird offener. Und ich kombiniere mit dieser Haltung den Satz: „Körpersprache ist ein ganz wichtiges Thema.“

[03:18 – 04:16] Beim ersten Mal haben Sie festgestellt, dass Körper und Sprache nicht miteinander harmoniert haben. Der Körper hat das Wort nicht unterstützt. Die innere Haltung wurde mit dem Sachinhalt verbunden, aber das Wort wurde nicht vom Körper unterstützt, sondern sogar blockiert. Es entstand ein Widerspruch, eine Inkongruenz. Im zweiten Beispiel hat meine äußere Haltung, die aus meiner inneren Haltung, des Selbstvertrauens, resultierte, meine Botschaft unterstützt und untermauert. Das heißt als Fazit: Immer dann, wenn Stimme und Körpersprache und das Wort übereinstimmen, kongruent sind, dann hat der Redner Glaubwürdigkeit und Souveränität.

Wahrnehmungsprinzip
[04:22 – 05:19] Das, was Sie eben in dem Beispiel wahrgenommen haben, passiert auch in Ihren Seminaren. Und zwar nach folgendem Wahrnehmungsprinzip: Die Studierenden verbinden die körpersprachlichen Signale, die sie an Ihnen wahrnehmen, mit dem Sachinhalt. Manches Mal auch ungerechtfertigt ziehen Sie damit Rückschlüsse auf Ihre Sachkompetenz. Sie können diesen Interpretationen und teilweise Pauschalisierungen entgegenwirken, indem Sie sich Ihre Körpersprache bewusst machen und damit wissen, welche köpersprachlichen Signale Sie aussenden, was Sie als emotionale Botschaft mitschicken. „Wenn ich weiß, was ich tue, kann ich tun, was ich will“, so sagte das Feldenkrais. Das heißt zur professionellen Kommunikation, gehört Selbstkenntnis und ein kongruentes Auftreten.