Ablauf

Einführung in das Kursthema

In der ersten Sitzung stand auf der formalen Ebene das Kursformat, das Kennenlernen sowie die Prüfungsleistungen im Vordergrund. Inhaltlich führte ich in der ersten Sitzung in das Thema Videos als Form der Wissenschaftskommunikation, in das Digital Storytelling sowie in das Verfassen eines Skripts als Grundlage für das Storyboard ein.

Ich empfehle Ihnen dafür eine kurze Einführung in Ziele und Formen der Wissenschaftskommunikation zu geben. Videos vom MaiLab wie zum Beispiel „Ein Liebesbrief an die Wissenschaft“ bieten sich dafür besonders an. Davon ausgehend verdeutlichte ich den Studierenden die Bedeutung der digitalen Wissenschaftskommunikation. Wissenschaftskommunikation kann demnach sowohl bedeuten, die Öffentlichkeit für das eigene Studienfach oder für die Wissenschaft im Allgemeinen zu begeistern als auch konkret über methodische Vorgehensweisen und Ergebnisse aufzuklären.

Darüber hinaus empfehle ich Ihnen, in der ersten Sitzung in die Charakteristika des Digital Storytellings und in die Anforderungen an die zu erzählende Geschichte und an die Formalia des Videos einzuführen. Zudem führte ich in die Heldengeschichte als Möglichkeit des Storytellings ein und stellte zwei Möglichkeiten vor, wie diese Form des Geschichtenerzählens angewandt werden kann.

Zu den ersten fünf Aufgaben der Studierenden, die sie eigenständig online bearbeiteten, gehörte es, Schritt für Schritt ein Skript zu entwickeln. Nach der Abgabe per Moodle eine Woche nach der ersten Sitzung gaben die Studierenden je fünf Kommiliton*innen per Moodle ein erstes Peer-Feedback. Auch dafür gab ich ihnen eine Woche Zeit. Die Leitfragen für das Peer-Feedback waren:

  • Was gefällt dir an der Geschichte?
  • Was gefällt dir nicht an der Geschichte?
  • Zu lang, zu kurz, angemessene Länge?
  • Welche Assoziationen und weitere Ideen für die Umsetzung hast du?

Workshop zur Videogestaltung und -produktion

Nachdem die Studierenden ihr Drehbuch entwickelt und sich gegenseitig dazu eine Rückmeldung gegeben haben, fand der gemeinsame Workshop mit zwei studentischen e-Team-Mitarbeiter*innen statt. Zu Beginn der zweieinhalbstündigen Sitzung gab ich den Studierenden ein Feedback zu ihren Drehbüchern und machte nochmal generelle Anmerkungen zu Aspekten, die mir aufgefallen waren. Im Anschluss daran folgte ein Vortrag zu Möglichkeiten der Gestaltung der Videos und zu Formen der Lizenzierung, die bei der Auswahl von Materialien für die Videos zu beachten sind. Die Präsentation und ein Video wurden von den studentischen e-Team-Mitarbeiter*innen als digitale Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt. Für die Erstellung des Storyboards bietet es sich an, den Studierenden Kriterien für den Aufbau an die Hand zu geben. Auf das im nächsten Schritt zu erstellende Storyboard gaben sich die Studierenden über Moodle ein Peer-Feedback. Als erste Reflexionsaufgabe galt es für die Studierenden in ca. 1000 Zeichen zu beantworten, was sie aus dem Peer-Feedback gelernt haben. Nach der finalen Abgabe des Drehbuchs und Storyboards, gingen die Studierenden in die Produktionsphase über.

Begleitung des Produktionsprozesses, Sitzungs- und Beratungsgestaltung

Zu Beginn der Produktionsphase bot ich den Studierenden eine Sitzung per Videokonferenz an, um offene Fragen zur kreativen und technischen Umsetzung zu klären. Die Studierenden tauschten sich über mögliche Programme und zu den von ihnen genutzten Techniken aus. Insgesamt gab es in dieser Sitzung weniger Austauschbedarf als ich erwartet hatte. Viele Fragen insbesondere zu den Lizenzierungen von Videomaterial wurden hingegen im Laufe der Produktion individuell per E-Mail an mich gerichtet.

Auch auf die erste Videoversion gaben sich die Studierenden wechselseitig ein Peer-Feedback und jede*r Studierende gab fünf anderen Studierenden ein Feedback zu den Kriterien an Videos (vgl. unten). Im Anschluss reflektierten die Studierenden, inwiefern sie ihr Video aufgrund des Peer-Feedbacks verändern werden. In einer Austauschsitzung, die nach dem Peer-Feedback angesetzt war, hatten die Studierenden erstaunlich wenig Austauschbedarf. Längere Zeit haben wir über die Begutachtungstabelle, die wie oben schon erwähnt auch dem Peer-Feedback zugrunde lag, gesprochen. In gemeinsamer Abstimmung passte ich die Begutachtungstabelle an. Zum Beispiel war es den Studierenden wichtig, dass die Nutzung von lizenzfreiem Videomaterial kein Bewertungskriterium darstellt, da einige Studierende ihr Video nicht veröffentlichen möchten. Da ich bei der Konzeption der Veranstaltung darüber nachgedacht hatte, die Studierenden die Bewertungskriterien mitbestimmen zu lassen, war das eine spannende Vorgehensweise, die sich aus der Situation ergeben hat. Zudem haben wir in der Sitzung gemeinsam diskutiert, inwiefern eine Öffnung der Abschlusssitzung für weitere Personen gewünscht ist oder nicht, da die Videos einen sehr persönlichen Inhalt haben. Letztendlich ließ ich die Studierenden über Moodle abstimmen, ob sie eine geschlossene Sitzung oder eine erweiterte Sitzung bevorzugen. Dabei kommunizierte ich klar, dass ich die Abschlusssitzung geschlossen halten werde, sobald nur ein*e Studierende*r sich gegen die Öffnung entschiedet. Zudem fragte ich die Studierenden, wer sein Video über möchte. Einige Studierende entschieden sich dafür, ihre Videos auf Opencast der RUB zu veröffentlichen: Video 1 / Video 2 / Video 3

Gestaltung der Abschlusssitzung

Die vierstündige Abschlusssitzung fand als Videokonferenz im internen Rahmen statt. Ich eröffnete die Sitzung mit einer Honorierung des Semesters und dem Erreichten. Die Präsentationen der Videos unterteilte ich in zwei inhaltliche Blöcke „Block 1: Auf dem Weg zum Studium. Folg‘ deinem Traum!“ und „Block 2: Mehr als du denkst. Ich zeig dir, was ich kann! Oder auch: Ich mach mein Ding, egal was die anderen sagen!“. Als besonderes Element erzählte ich selbst als Lehrende vor jedem Block meine eigene Geschichte dazu und unterstützte das Erzählte mit selbst gestalteten Karten mit Graphic Recording Darstellungen.

Die Studierenden sollten ihre Präsentation an folgenden Leitfragen orientieren:

  • Was war meine Motivation für die Teilnahme am Seminar?
  • Was hat mich dazu bewegt, diese Geschichte zu erzählen und das Video so zu gestalten?
  • Drei Tipps zur Produktion des Videos: Was habe ich gelernt und würde ich beim nächsten Mal anders machen bzw. was rate ich anderen Studierenden?
  • Wer mag: Präsentation des Videos per Screensharing

Die Studierenden hatten jeweils zehn Minuten Zeit für die Präsentation. Im Anschluss konnten noch Fragen und Kommentare gestellt werden. Durch die unterschiedlichen Videos entstanden ein buntes Potpourri und eine wertschätzende, persönliche Atmosphäre. Nach je drei Videos machten wir eine zehnminütige Pause.

Nachdem ich im Anschluss an die Präsentation, die bis zum Ende des Semesters abzugebende abschließende Reflexionsaufgabe vorstellte und auf Reflexionsaufgaben und Evaluationsbögen hingewiesen habe, schlossen wir den Workshop mit einer Feedbackrunde ab. Dazu bat ich die Studierenden, mir auf die Fragen: „Was fand ich gut?“ und „Was könnte beim nächsten Mal anders gemacht werden?“ eine Antwort zu geben.