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Wie startet man motiviert ins Semester?

Semesterbeginn mit dem Konzept OMAI
(Orientieren-Motivieren-Aktivieren-Integrieren)

In der ersten Veranstaltung im Semester legen Sie die Basis für den Lehr-/Lern-Prozess und die Kommunikationskultur. Wenn Sie wollen, dass die Studierenden in den folgenden Veranstaltungen Fragen stellen, sich über Inhalte austauschen und sich aktiv beteiligen, dann lassen Sie sie spätestens nach ca. 20 Minuten zu Wort kommen. Aber alles nacheinander …

Orientieren

Zeigen Sie nach der Begrüßung und der Vorstellung Ihrer Person (besonders wichtig ist Ihr persönlicher Bezug zum Thema) eine Themenlandkarte, d.h. einen grafisch gestalteten Überblick über die Veranstaltungsthemen und ihre Zusammenhänge (max. 10 Minuten).

Motivieren und Aktivieren

Erläutern Sie die Ziele der Veranstaltung und formulieren Sie Ihre Anforderungen und Arbeitsweisen. Verdeutlichen Sie, dass Sie die aktive Beteiligung der Studierenden wünschen, weil dies die Lernprozesse fördert.

Skizzieren Sie einen Praxisfall, um Problembewusstsein zu schaffen und Vorwissen zu aktivieren.

Umsetzung eines Praxisfalls
Zusammenfassung: Stellen Sie die Antworten in Zusammenhang mit den Veranstaltungsthemen auf der grafischen Übersicht.
Beispiel: In der Entwicklungsabteilung der Fa. X, die Computersoftware produziert, gibt es Meinungsverschiedenheiten über Arbeitsabläufe. Die Stimmung bei den 7 Kolleg/inn/en ist gereizt, die Geschäftsführung fragt sich, was da los ist.
Arbeitsauftrag: Schreiben Sie eine das Denken anregende Frage zum Praxisfall an die Tafel. Die Verschriftlichung reduziert Missverständnisse.
Beispiel für eine solche Frage: „Welche Aspekte sollte die Geschäftsführung abklären, um reibungslose Arbeitsabläufe zu ermöglichen?“
Die Erarbeitung der Antworten geschieht in Vorlesungen und Seminaren mit unterschiedlichen Methoden.
Vorlesung Seminar
Methode:
Partnergespräch mit denkanregender Frage

(10 – 200 Teilnehmende)
Geben Sie den Studierenden 5 Minuten Zeit für ein Partnergespräch zu der visualisierten Frage.
Kündigen Sie an, dass Sie danach Antworten exemplarisch abfragen werden.
Methode:
Tischdecken-Arbeitsgruppen (Placemat)

(8 – 20 Teilnehmende)
Verteilen Sie Flipchartpapier und Moderationsstifte. Geben Sie an der Tafel das Schema für die „Tischdecke“ vor.
Je vier Personen arbeiten an einer „Tischdecke“. Zuerst sammelt jeder von ihnen Aspekte in Einzelarbeit auf seinem Feld, dann tauschen sich alle aus und einigen sich in der Gruppe auf drei Hauptaspekte, die in die Mitte der „Tischdecke“ geschrieben werden.
Zeit: 20 Minuten
Ergebnissicherung: Fragen Sie mehrere Antworten ab und notieren Sie Stichworte auf der Tafel. Ergebnissicherung: Jede der Arbeitsgruppen stellt nacheinander je einen Aspekt vor. Die Aspekte werden an der Tafel gesammelt.

Integrieren

Fragen Sie die Studierenden, welche Fragen und Anregungen sie zu dem jeweiligen Thema haben und notieren Sie die Antworten. Prüfen Sie, ob Sie auf die Fragen und Anregungen im Verlauf des Semesters eingehen können oder nicht und kommunizieren Sie, was geht und was nicht.
Verteilen Sie die vorbereiteten schriftlichen Unterlagen zu organisatorischen Fragen (Termine, Literaturliste, Referatsvergabe, Scheinerwerb etc.).
Geben Sie den Studierenden für das Selbststudium ein kleines Arbeitsblatt für Textarbeit mit zwei bis drei Fragen zu einem Kapitel im Lehrbuch mit. Kündigen Sie an, dass Sie mit dem Abfragen der Antworten zu Beginn der nächsten Sitzung starten werden.

Literaturtipps

  1. Hawelka, Birgit / Hammerl, Marianne / Gruber, Hans (Hrsg.) (2007): Förderung von Kompetenzen in der Hochschullehre. Theoretische Konzepte und ihre Implementation in der Praxis. Kröning
  2. Queis, Dietrich von (2009): Interkulturelle Kompetenz. Praxis-Ratgeber zum Umgang mit internationalen Studierenden. Darmstadt
  3. Viebahn, Peter (2004): Hochschullehrerpsychologie. Theorie- und empiriebasierte Praxisanregungen für die Hochschullehre. Bielefeld