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Praxisbeispiel zu digitalen Referaten

Mit meinem 12-minütigen Videobeitrag möchte ich meine Erfahrung aus der Praxis mit Ihnen teilen. Hintergrund ist das im Sommersemester 2020 am Geographischen Institut der Ruhr
Universität Bochum asynchron gehaltenen Seminar mit dem Titel «Digitale Transformation & Future Skills».
Mein Beitrag fokussiert auf zwei Aspekte:

  1. Wie lassen sich üblicherweis in der Präsenzlehre gehaltene Referate in einem digitalen Format zielführend umsetzen? Dies gelingt mit dem Erstellen von kurzen eLectures (=Mini-eLectures) durch die Studierenden zu einem von ihnen gewählten fachlichen Schwerpunktthema. Diese Mini-eLectures werden mit den anderen Kursteilnehmer*innen online im Kurs geteilt und sind aktiver Bestandteil des Lernstoffs.
    Die Mini-eLectures haben eine Länge von 5 bis 7 Minuten und werden mit unterschiedlichen digitalen Tools und Methoden erstellt. So zum Beispiel als reiner Audiobeitrag oder als Video mit und ohne Animationen. Im vorliegenden Kurs wurden von jedem Studierenden fünf Mini-eLectures zu einem individuellen Schwerpunktthema erarbeitet, so dass der Kurs am Ende eine umfassende Mini-eLecture-Sammlung enthält, die auch als Basis zur fachlichen Weiterarbeit dienen kann.
  2. Wie lässt sich die Motivation auch in der asychronen Lehre aufbauen bzw. über den Kursverlauf hinweg erhalten? Hierfür werden in diesem Videobeitrag Beispiele gezeigt. Sowohl einfache gestalterische Elemente tragen dazu bei als auch konkrete Konzepte wie Sinnhaftigkeit, Wertschätzung und regelmäßiges Feedback.

Das Zufriedenheits Barometer (=Umfrage während und am Ende des Kurses) fiel sehr positiv aus. Deshalb möchte ich das Konzept des Kurses hier gerne vorstellen und die Erfahrungen mit Ihnen teilen.

cc by-nc-nd (4.0 International Licence), Angelika Neudecker

 

Transkript zum Video

[0:12 – 0:42] Die Herausforderungen

Aufgrund der Coronakrise musste die Lehre zügig in ein digitales Format umgestellt werden.

  1. Letztlich waren nur drei Wochen Zeit.
  2. Neue Kompetenzanforderungen auf beiden Seiten. Lehrende wie Studierende insbesondere digital und Medienkompetenz
  3. Wie können Referate in asynchroner Lehre gehalten werden?
  4. Wie bleibt die Motivation erhalten trotz Distanz?

[0:46 – 1:15] Die Idee der Mini-eLectures

Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin hat ein eigenes Thema zur digitalen Transformation. Zu diesem Thema werden Mini-eLectures erstellt mit anderen Methoden beziehungsweise mit unterschiedlichen Tools. Wie viele davon? 5 Stück Wie lange sind diese? 5-7 Minuten Mini-eLectures eben. Und die Themen sind zum Beispiel: Künstliche Intelligenz, humanoide Roboter, autonomes Fahren etc.

[01:17 – 01:51] Methoden und Tools

Welche Methoden und Tools zur Erstellung der Mini-eLectures kommen zum Einsatz?

  1. Nur gesprochenes Wort mit Audiorecorder
  2. Mit Powerpoint werden Folien aufgezeichnet und besprochen und dann als Video exportiert.
  3. Video und Videoschnitt: mit der Legetricktechnik
  4. Video und Videoschnitt: mit Sprecher*in als Hauptperson
  5. Eine freie Wahl des Tools unterstützt mit Teleprompter und Videogestaltung

[01:58 – 02:47] Motivation

Um Motivation zu fördern, wird Sinnhaftigkeit verdeutlicht, wird immer Feedback zu Abgaben gegeben, werden Inhalte nacheinander freigeschaltet, wird versucht immer wertschätzend zu kommunizieren. Es werden Badges vergeben und es werden Blockelemente zur Gestaltung des Kurses verwendet. Die Badges sind in unterschiedlichen Levels: Basic, Advanced, Professionell und Expert. Wertschätzung ist immer relevant. Die Sinnhaftigkeit ist die Basis und immer Feedback zu geben ist ein notwendiger Schritt.

[02:50 – 0313] Anleitungen

Anleitungen werden in unterschiedlicher Form gegeben. Als Theorie, in Text-und Sprachmitteilungen, mit Links zu Youtube-Videos, mit Pdfs, die hochgeladen werden, oder mit einem Expert*innenpfad für Rückfragen. PDFs und Youtube Videos enthalten meistens Beispiele.

[03:17- 03:58] Blick in den Kurs

Nach den theoretischen Ausführungen wollen wir nun einen Blick in den Kurs werfen. Dieser hat zunächst einführende Worte, ein Lernzielvideo, gibt einen Kursüberblick und hat eine asynchrone Vorstellungsrunde für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Daran anschließend finden sie die wöchentlich hochgeladenen eLectures. Jede eLectures besteht aus zwei Teilen. Einem fachlichem Input und einer dazugehörigen Aufgabenstellung. somit sind dies Woche eins, dies Woche zwei, dies Woche drei und so weiter.

[04:00-05:50] 5 Mini-eLectures

Die klare Struktur wurde gewählt, weil sie meiner Meinung nach in der asynchronen Lehre die Studierenden beim Bearbeiten der Themen unterstützt, sich an die gewohnte Präsenzlehre anlehnt und den Workload gleichmäßig über das gesamte Semester verteilt. Wie wurde nun sichergestellt, dass sich die Studierenden sich die digitalen Medienkompetenzen aneignen können, die sie brauchen und die verlangten fünf Mini-eLectures zu erstellen? Lassen Sie uns hier für einmal einen Blick in die zweite eLecture werfen. Die hier auch überschreiben ist mit „Do it yourself eLecture Anleitung Audio Recorder“. Hier finden Sie zunächst einen Input zur Themenwahl der Studierenden. Denn die 5 eLectures sollen ja zu einem von den Studierenden gewählten Thema, individuellen Thema, erstellt werden. Darauf anschließend wird nun darauf eingegangen, wie man mit einem Audiorecorder umgeht und wie man eine Mini-eLecture mit dem Audiorecorder erstellen kann. Dieser Input erfolgt als Text. Dieser Input erfolgt als von mir ein gesprochenes Audio und unterstrichen werden diese Inputs in diesem Fall von einer Anleitung, die als Pdf herunter geladen werden kann. Diese Möglichkeiten sollen gewährleisten, dass allen Studierende die nötige Medien- und Digitalkompetenz vermittelt wird.

[5:55:- 07:05] 6. eLecture

Lassen Sie uns einen Blick in die 6. eLecture werfen. Hier wurde ein ähnliches Vorgehen, aber ein doch etwas anderes Vorgehen gewählt, hier folgt von mir nicht ein Audio, sondern ein Video und in der 6. eLecture geht es um eine freie Rede. In der Mini-eLecture steht die sprechende Person im Zentrum und hier wurden Beispiele verlinkt. Das Beispiel „Sprecher*in ganz im Zentrum“, das Beispiel „Sprecher*in mit Verwendung eines Flipcharts“ oder das Beispiel „Sprecher*in in Arbeitsumgebung“ wurden aufgezeichnet. Diese drei Videos sind aus Youtube und hier im Kurs als Beispiel verlinkt. Hinzu kommen noch weitere Inputs und Möglichkeiten, die fakultativ sind und die Aufnahme erleichtern sollen. Hier zum Beispiel der Teleprompter, der sich sehr gut dazu eignet, dass eine freie Rede als freie Rede bei Zuschauer*innen ankommt.

[07:08-08:05] Sammlung

Abschließend sind dann hier im Kurs die Mini-eLectures gesammelt dargestellt. Jede*r Studierende hat jetzt im Verlaufe des Kurs fünf Mini-eLectures erstellt und die können hier als Sammlung gezeigt werden. So zum Beispiel die Dematerialisierung, die künstliche Intelligenz. Wir können hier mal reingucken. Hier sind die fünf Mini eLectues aufgelistet. Die Audio eLectues und die restlichen, die in diesem Fall als Video realisiert wurden. Auch bei den Humanoiden Robotern. Hier wurden auch eine Textdatei mit hochgeladen. Intelligente Energiewende. Überall finden Sie die entsprechenden Mini-eLectures. Hier wurde noch die Slideshow von dem Studierenden mit abgegeben.

[08:10-9:22] Ideen-Galerie

Ich hoffe dass ich Ihnen hier vermitteln konnte, was das Konzept meines Kurses war. Abschließend gehe ich noch kurz auf die Elemente ein, die die Motivation während des Kurses aufrecht erhalten sollten. Das sind auch die Blockelemente, die Sie hier rechts sehen. Hier wurde zum Beispiel das von den Studierenden gemeinsam erstellt Video hochgeladen und ist für alle immer sichtbar vorhanden. Auch eine Ideensammlung zu Future Skills wurde zu einer Ideen-Galerie zusammengestellt und ist hier als Video hochgeladen worden. Platz für ein bisschen Humor ist auch. Es wurden die Badges verwendet, für das Basic Level, Advanced Level etc. und diese sind hier auch in den Blöcken sichtbar. Eine Buchdeckel-Bilder-Galerie wurde eingebunden und Musik zur Entspannung bereitgestellt.

[9:23-10:18] Motivation

Desweiteren wurden motivationale Elemente eingebunden. In Woche eins war nur dieser Themenblock sichtbar, der Rest des Kurses noch nicht. Die eLectures wurden quasi von Woche zu Woche sichtbar gestellt. Um die Studierenden nicht gleich mit so viel Input zu überfallen und doch vielleicht auch Neugierde, auf das was nächste Woche kommt aufzubauen. Desweiteren wurde immer darauf Wert gelegt, dass bei den Beschreibungen die Sinnhaftigkeit in den Vordergrund gestellt wurde. Also dass erklärt wurde, warum wir lernen, das erklärt wurde, warum dies, dieser Input jetzt genau Sinn macht.

[10:20-11:08] Feedback

Vergessen Sie nicht, es geht hier um das Lernen und Dazulernen. Wenn Sie entdecken, dass Ihnen etwas in einem Beitrag sehr gut gefällt und bei Ihnen noch fehlt, dann wenden Sie es einfach das nächste Mal an. Vielleicht leitet dies auch über zu einem weiteren Element der Motivation. Ich habe versucht immer wertschätzend zu kommunizieren und ich habe immer versucht viele Lernkanäle zu bedienen. Hier eben auch das Audio, genauso aber auch das Video und den reinen Text. Des weiteren zu jeder Aufgabe gab es von mir die Durchsicht und immer ein Feedback an die Studierenden zurück.

[11:17-11:51] Blick in die Evaluation

Hier steht: „In meinem Fall war Ihr Kurs der mit Abstand am besten organisierte dieses Semester und es hat sehr viel Spaß gemacht mit den verschiedenen Methoden, die eLectures zu erstellen. Und das zweite war, keiner anderen Kurse wurde mit soviel Liebe zum Detail strukturiert und aufgebaut. Es wurde eine klare Linie vorgeben und diese eingehalten.“ Es ist natürlich schön, solche Dinge zu lesen und deswegen habe ich mich auch getraut, diesen Kurs hier als best practice-Beispiel darzustellen.

[11:54-12:24] Fazit

  1. Das Erstellen von Mini-eLectures eignet sich für die asynchrone Lehre.
  2. Man muss Zeit für neue Kompetenzen einplanen.
  3. Motivation ist auch hier in asynchroner Lehre möglich.
  4. Die Sammlung von Mini-eLectures ist eine gute Basis zum Weiterarbeiten.
  5. Auch asynchrone Lehre kann Spaß machen.